Drachengeschichte II und III

… weiter geht’s mit Teil II der Geschichte …

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… der Forscherdrache …

AL holte einige Male tief Luft … und als er sich nach einiger Zeit wieder beruhigt hatte ….
.. betrachtete er interessiert seine neue Umgebung …
… Ihr müßt nämlich wissen … Drachen sind eigentlich sehr neugierige Geschöpfe …
Er befand sich in einer gigantischen Halle, es roch muffelig nach altem Staub und Moder …
Riesige Säulen strebten zur Decke empor, die man im Dunst nur erahnen konnte.
Das diffuse Licht hatte eine grünblaue Farbe …. vor sich sah er ein altes Gemäuer, das umwogt von Nebelwolken,
dem … Schloss in den Wolken … ähnelte, das er von draussen sah … daraus wuchs ein riesiger dunkler Baum empor
und ab und an sah es so aus, als würden Schatten uralter Schriftzeichen durch die Luft schweben …
… grummel … brummel … würde jetzt der Grummeldrache sagen,
… wie es wohl seinen neuen Freunden ging? … Vermutlich würden sie ihn schon vermissen ….

 

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… in der Halle der Altvordereren …

Vergessen waren alle Gefahren und die seltsame Reise hierher, .. die Neugier
war stärker …
Al erhob sich von seinem Felsen und begann vorsichtig, erst langsam, dann mit
zügigen Schritten Richtung Schloss zu wandern. Der Boden war übersät mit Bruckstücken
von Säulen und Skulpturen, dazwischen wuchs vereinzelt blaugrünes Gras. Graue Moosflechten wucherten auf den Steinteilen.
Es ging leicht abwärts, den Seelenstein hielt er immer noch in der Klaue,
er glühte nur schwach, wurde aber immer heller, je näher
er dem Bauwerk kam.
Das Licht wechselte jetzt in’s Gelbrötliche und die Säulen wichen einem Gewölbebogen der reichlich verziert schien.
Man erkannte jetzt mehr, denn der viele Nebel verzog sich, je weiter er maschierte.
Der große Baum war nicht mehr dunkel, sondern leuchtete rötlich und neben ihm erschien wie aus dem Nichts
… ein riesiges sonnenuhrähnliches Gebilde, fast schwarz und
unheimlich …
Al blieb stehen und betrachtete das Ganze eine Zeitlang … es kam ihm irgendwie bekannt vor…
… er erinnerte sich an etwas ähnliches ….
….. Drachenwacht …

 

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… der Innere Dämon …

… Drachenwacht, … da wollten Summsel und er hin …mit dem Seelenstein.
Die Ähnlichkeit war verblüffend, .. jeder in Drachenland kannte die Geschichte von Drachenwacht, aber nur wenige Mutige mit einer Drachenseele waren jemals hineingelangt.
Al setzte seinen Weg zum Schloss fort … im oberen Teil der Halle war es jetzt erheblich heller geworden. Was er für grobe Verzierungen in den Bögen gehalten hatte, erkannte er jetzt als riesige Balkone und jetzt wehte auch ein leichter Wind, der gar nicht mehr so moderig..nein eher nach frischer Luft roch.
Er war jetzt fast beim Schloss angekommen, es gab jetzt nur noch wenige Bruckstücke am Boden, dafür mehr dunkelblaues Gras und Sträucher, aber ohne Blätter, nur Äste….
… sein Drachenfuß trat ins Leere … mist..verdammte Lava… gerade noch rechtzeitig fand Al sein Gleichgewicht wieder …was ist denn das?

Der Drache konnte natürlich auch fliegen, …aber…in letzter Zeit hatte er sich das gute Essen von Frau Drache zu oft schmecken lassen, ….. ..und im Keller, …das zünftige Drachenfeuer mit Marmelade auf Basaltbrot…. lecker!!
Nun ja also das… Fliegen …. wäre schon sehr anstrengend, ….da beneidete er seinen neuen Freund Summselbrumm… ….aber beim Gehen… schöön die Natur genießen…
Also Al könnte es natürlich drauf ankommen lassen und versuchen zum Tor zu fliegen… aber was wenn … er dann doch abstürzte…und wer weiß ob solche Schlangen nicht auch einige Fuß über den Graben schnappen ….Al will ja abnehmen…ganz bestimmt!!!

Mit seinem Seelenstein, der inzwischen merklich heller strahlte, sah er einen tiefen Graben, der um das Schloss lief… und es funkelte ab und zu im Graben, … Wasser? … Aber als er genauer hinsah… es waren Schlangenlaiber, glatt und glänzend …. ab und zu sah er kurz ein zähnefletschendes Maul, das gleich wieder verschwand….. beim Lavastein und Drachengalle…rief er entsetzt… und trat schnell einige Schritte zurück.
Wie sollte er jetzt rüberkommen? …. Er ging nachdenklich weiter… bis er fast an eine alte Säule stieß… Al blickte sich um und sah auf der anderen Grabenseite ein beschlagenes Holztor…
In die Säule waren Schriftzeichen eingemeißelt… und je näher er den leuchtenden Kristall hielt, desto tiefer wurden die Schriftzeichen, bis schließlich der Boden um ihn zu zittern begann.
Langsam und begleitet von einem hellen Ton, schob sich die Säule aus der Erde empor und immer mehr von ihrer Schale bröselte auf den Boden … Staub nahm Al für kurze Zeit die Sicht und als sich der Staub verzogen hatte stand vor ihm ein steinener Engel, der leuchtete und ein langes Schwert erhoben hatte …
…. was ist dein Dämon? ….
Dröhnte es in AL`s Kopf …

 

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Feuervogel

 

… das fremde Meisterwerk …

…. Dämon??? … Al zitterte am ganzen Drachenkörper… was hatte er bitteschön mit so einem Wesen zu schaffen …. sooo hatte er sich das Ganze gar nicht vorgestellt … keine Marmelade… Süßbeeren… nein Dämonen…. bei der Lava!!
… Nebel zog auf, … selbst der Seelenstein mit seinem hellen Licht mochte den Dunst nicht mehr zu durchdringen …
… dann begann sich Alles zu drehen …Al wurde ganz übel …. plötzlich … Licht …
… er befand sich in der Akademie für Drachenkunst …
Er war im achten Semester Drachenkunst … freie Bildgestaltung … Malerei .. und der Abschluss ganz nahe … sein Bild war sowas für die … Lava … einfach grauenhaft. Alle Erwartungen seiner Familie und Freunde hatte er nicht erfüllen können… man würde über ihn, den Künstlerdrachen, den einzigen in der Familie…lachen… Witze über ihn, den Vasenmaler und Versager reißen …
… sieh mal … eine bunte Blümchenvase … mit einer Drachenblume … kicher …ach wie originell!!! … wie toll!!! … für die Lava der Mist… lach… bruzzel und wech….
Die Eltern hätten sich das Schulgeld sparen können … Blümelein und Vasen in Natura … alles Magma!!!
Morgen musste er sein Abschlusswerk abliefern, seine Werke zuvor waren ausreichend …wenn er bis Morgen kein imposantes Werk ablieferte, würde er später nie einen vernünftigen Auftrag von der Gilde erhalten ….
Er schwänzte den Unterricht und schlenderte zum Sonnenhain, es war eine Lichtung…halb im Wald, nicht weit von der Akademie entfernt und in der untergehenden Sonne leuchteten die Blätter im Abendlicht …
Al ging den Weg entlang bis zum Wald … sonst machte er hier immer kehrt, … aber dieses mal wanderte er weiter in den halbdunklen Wald hinein … in Gedanken vergaß er die Zeit … es war schon fast dunkel, da sah er ein altes Gebäude, nur das mit Schiefer bedeckte Dach glänzte noch im Abendrot … am Haus war ein Anbau… eine Mauer war schon eingestürzt …
Was soll schon passieren … ist wohl unbewohnt…. kein Wesen zu sehen, nur Vögel sangen ihr Abendlied, … er stieg über die herausgebrochen Steine …es war ziemlich dunkel, so das er ab und zu ein kleines Flämmchen fauchte … da sah er in Decken gewickelte … Bilder?? …
Voller Neugier nahm er das nächstliegende, wickelte es aus …. und staunte … es war etwa zwei mal drei Fuß …. und wunderschön …und … ohne Signatur …

 

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… Aufstieg und Fall …

… dann verschwand wieder alles vor seinen Augen, er konnte nur noch an das Bild denken. Ein farbiger Strudel begann sich um Al zu drehen … bis er sich im Vermächtnis, der Drachenburg seiner Eltern und Ahnen wiederfand.
… macht mal jemandem auf! … hörte er seine Mutter rufen, … wieder bimmelte die große Messingglocke in der Eingangshalle. Sie bewohnten nur einen kleinen Teil der weitläufigen Festung, früher waren hier viele Bedienstete und als kleiner Drache konnte er sich noch erinnern, viele Drachenritter und auch Feuerpferde gesehen zu haben.
… aufgeregt öffnete Al die schwere und reich verzierte Tür, Tor wäre angemessener … draußen standen zwei ältere Drachen mit dunkelroten Umhängen, bestickt mit dem Zeichen der Künstlergilde, sie waren in einer Gildenkutsche mit vier Feuerpferden gekommen. Ja ältere Drachen fliegen nur ungern, da es zu anstrengend ist, oder sie abnehmen müssten wie Al, … Nachdem er die Beiden höflich begrüßt hatte, führte er sie in den Speisesaal, wo man sich im Beisein der Familie und einem Glas Lavafeuer mit Basaltkuchen über die Neuigkeiten im Drachenland unterhielt.
… bis plötzlich der ältere Drache mit einem Löffel an sein Glas klopfte und sich erhob. Er zog eine Pergamentrolle aus seiner Tasche, rollte sie auf und las vor… Al wusste, es war eine Auszeichnung mit Wachssiegel … zum Reichsmaler … er durfte jetzt alle Aufträge, auch außerhalb des hiesigen Zirkels annehmen … er war seit langem der jüngste Drache, der es so schnell zu diesem Titel in seinem Alter geschafft hatte. Das hieß er kam jetzt auch an die großen Aufträge …
Er hatte das alles schon erlebt, es war wie ein Rückblick in sein Leben … zweimal würde er nochmals zu dem alten Haus gehen, die richtigen Werke finden, restaurieren, mit seiner Signatur versehen…. Zweimal wieder belobigt werden für sein großes Können … … bis ….zum wichtigsten Auftrag … für den Gildemeister Vaahn Deegen …
… Al stand vor einem Berg Asche, … abgebrannt bis zu den Grundmauern … kein altes Haus mit Anbau … keine Bilder … nichts außer Asche… verdammte Lava, bei der Magma, … alles … alles aus und vorbei …
Der Auftrag war seine Nemesis, … die späte Rache des Schicksals das er zu oft herausgefordert hatte … seine Eltern und Freude wandten sich von ihm ab … er hatte noch Glück das man ihn nicht einsperren ließ… keinen Titel … man ließ ihm Geld für Essen und Kleidung … dann verbannte man Al drei Jahre von seinem Zirkel …

 

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… Albträume und ein schlechtes Gewissen …

Planlos wanderte er die ersten Tage umher … Albträume von Seelenfressern und den dunklen Gesellen plagten ihn jede Nacht, hinter jedem Felsen sah er finstere Gestalten … dunkle Festungen, grässliche Wesen verfolgten ihn durch den Tag, bis er nach zwei Wochen, weit entfernt von zuhause in ein kleines Dorf kam. Dort übernachtete er in einer Herberge und am Abend bei einem Glas Drachenfeuer kam er mit einem Bildhauer ins Gespräch.
Am nächsten Tag stellte er sich vor und nach einigen Tagen wo er fleißig mithalf konnte er bei ihnen eine Bildhauerlehre beginnen, ja er stellte sich in dieser Kunstart sogar sehr geschickt an, so konnte er dort bleiben und wurde so Drachenbildhauer … erst Geselle … dann Meister.
Die folgenden Jahre liefen gut für den Drachen, erste Ausstellungen, dort lernte er seine Frau kennen, eine eigene schöne Drachenhöhle ….
Doch auch wenn er gebüßt hatte für sein Vergehen, … er konnte nie wieder richtig schlafen, fühlte sich immer beobachtet ….keiner würde es verstehen … ihn verstehen …..
… Doch!! … wir verstehen … wir kennen Deinen Dämon … fast hast du ihn besiegt … … Wiedergutmachung … Wiedergutmachung … nur wenn du den wirklichen Maler findest, kannst du den Dämon in dir besiegen … … dröhnte es in seinem Kopf, … … Du bist auf dem richtigen Weg Drache, die Ahnen sind mit dir …
Dann Stille ….Al, blinzelte .. da war die Halle, der Steinengel, der Graben …

 

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… Wettkampf um die Süssbeeren …

Summsel und Grummel schlugen einen kleinen Pfad in Richtung Westen ein. Er führte sie weg vom Meer, zu kleinen Hügeln, bewachsen mit lauter Süssbeeren, etwa 200 Drachenlängen (eine Drachenlänge entspricht etwa drei Meter) vom Strand und vom alten Uhrwerk entfernt.
Fleißig sammelte der Summsel die Beeren und summte fröhlich vor sich hin. Er flitzte nur so durch die Lüfte, holte sich nur die schönsten und reifsten Beeren und legte sie auf einen Haufen vor einem großen Felsen ab.
Der Grummel dagegen pflückte träge und gelangweilt eine nach der anderen und ließ sie in seinen Trinkbecher fallen. Es war jetzt Nachmittag und ziemlich warm und schwül. Er war schon richtig müde und grübelte vor sich hin… denn er war kein Freund von zu viel Arbeit … diese Pflückerei im Gestrüpp begann ihn zu nerven … da hatte er eine Idee …
… grummel … hey Summsel, grummel, brumm … komm doch mal her!!
Was ist denn los?
Der Grummel hatte es sich inzwischen neben dem Vorrat des Summsel am Felsen gemütlich gemacht …
Äh … grummel , hast Du Lust… brummel … auf ein Spiel?
… ja eigentlich schon … was für eins denn?
… grummel, .. Äh .. Mäusehut … (ist bei uns das Hütchenspiel)
… erst war es sehr lustig, der Summsel gewann am Anfang fast jedes Spiel und schwirrte ganz aufgeregt durch die Luft. Doch dann, wenn es darum ging den richtigen Becher zu finden unter dem der Stein lag, wählte er immer den falschen aus und fast die Hälfte seiner Beeren waren schon weg und er hatte keine Lust mehr weiter zu spielen.
… dann … grummel, … Beerenklau??
Sie suchten sich jeder einen Ast und spitzten ihn an beiden Enden an und steckten ihn in den Boden. Oben steckte jeder eine Beere auf die Spitze seines Astes und welche zuerst von einer Meerkrähe weggeschnappt wurde, der hatte verloren. Auch hier schien es für den Summsel erst gut zu laufen … dann plötzlich nieste der Grummel jedesmal einige Rauchwölkchen in die Luft und die Krähe flog zur Beere des Summsel, der jetzt fast keine Beeren mehr hatte …
Der Summsel wurde immer grimmiger und als der Drache so fest nieste, daß der ganze Ast zu Asche zerfiel, reichte es dem Summsel endgültig … Du bist ein elender Betrügerdrache und wenn Al zurückkommt gibt’s ordentlich Drachenschelte das kann ich Dir sagen!!
… äähhmm … grummel, brumm … stotterte der Drache …. Mit Al wollte er es sich nicht verderben, der war eh schon sauer wegen dem seltsamen Kristall… also gab er dem Summsel die Hälfte seiner Beeren und lies es gut sein …
Sie vertrugen sich wieder, setzten sich zum Felsen, mampften gemeinsam ihre Süssbeeren und schauten zum Meer hinab, wo kleine Wellen die Felsen umspühlten …

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Feuerpferd, Acryl auf Leinwand

 

Der unbekannte Maler

Nachdem Summsel und Grummel ihren Bauch voll Beeren hatten, genossen sie ein Weilchen die Nachmittagssonne und die schöne Aussicht aufs Meer. Dabei dösten sie ein, … bis ein kühles angenehmes Lüftchen und Vogelgesang sie weckte …
… gäähn, … grummel … brummel ….
… auch der Summsel gähnte und flatterte noch müde ein bisschen mit seinen blaugrünen Flügeln… schauen wir wieder zum Uhrwerk runter, vielleicht taucht Al ja wieder dort auf?
… brummel … grummel … jaaa können wir machen… hier passiert ja eh nichts .. brummel…
Also machten sie sich wieder auf den Weg zum Strand. Die Sonne hatten sie jetzt schon im Rücken … und auf dem Weg sammelte der Grummel noch etwas Brennholz für ein schönes Lagerfeuerchen … (so ein Feuerchen ist eben viel gemütlicher als einen Stein anzufauchen bis er glüht)
Am Strand, nicht weit vom alten Uhrwerk, machten sie es sich gemütlich. Die untergehende Sonne glitzerte rötlich im ruhigen Meer, keine Nebelwolken, kein Schloss, nur das alte Uhrwerk lag still und einsam im Wasser. Nur ab und zu plätscherte eine Welle gegen die Zahnräder …
Die ersten Glühgeister schwebten aus den Grasbüscheln und führten ihre farbigen Tänze auf. Gemütlich war es am Feuer, die Äste knackten und ab und zu flogen einige kleine Funken durch die Nacht.
Sie hatten die Süßbeeren mit einem Stein zerrieben und Grummel füllte sie in seine Feldflasche schüttelte das Ganze kräftig. Danach schüttete er ein bisschen davon in seinen Becher und stellte ihn vor den Summsel, der mit seinem Rüssel genüßlich daran schlürfte …
Wo kommst Du überhaupt her? Fragte der Summsel …
… brummel, … grummel … von hier und dort, immer unterwegs, … brumm ..
Ja toll!! Du musst doch ein Zuhause haben? ….sag schon…
… brummel … hatte ein Zuhause, in der Nähe der Kunstakademie.. brummel …
… warum bist Du dort weggegangen?
… abgebrannt … brummel … Oma hatte schlimmen Husten, beim Lesen vom Drachenkurier … grummel … Flammen, … bruzzel … alles Asche … (seine Oma hatte natürlich überlebt, Drachen lieben ja Feuer. Das Haus weniger und nicht jeder hatte das Glück, in einer der wenigen kultigen Drachenhöhlen zu wohnen)
Ohhh das tut mir sehr leid!!
… danke,.. brummel! Ja auch meine Bilder, brummel … waren in einem Anbau … alles Asche, … bei der Lava! Mistmagma … na ja wollte ja eh niemand haben.
Dann erzählte er dem Summsel seine Geschichte … Er wäre so gerne in die Akademie gegangen um zu malen und nach dem Abschluss der Gilde beizutreten. Aber die Eltern hatten kein Geld und starben jung, er war froh, das er das Haus von Oma hatte. Seine Bilder wollte niemand haben, da er ja nicht studierte und einen bekannten Künstlernamen hatte er ja auch nicht, deshalb signierte er seine Bilder erst gar nicht.
Tja, dann war er jahrelang unterwegs, half bei Bauern aus, spielte Mäusehut, trieb sich sogar eine Zeit bei den … dunklen Gesellen … rum, aber kaum hatte er etwas Geld, hatte er es auch schon in der Schenke verspielt … und er hatte immer Hunger, … kein schönes Drachenleben …
Al ist Bildhauermeister und er hat auch was von der Akademie erzählt und Bildern … frag ihn doch mal wenn er wieder da ist!
….grummel, … brummel.. ja das mache ich, vielleicht können wir ja mal was gemeinsam malen …. das wäre schön … brumm …

 

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Die Traumreise

Summsel und Grummel saßen noch eine Weile am Feuer und unterhielten sich über dies und das … schlürften ihren Süßbeerensaft und aßen ein bisschen Marmelade dazu … beide dachten an Al, was er wohl gerade erlebte und ob es ihm gut ging. In der kurzen Zeit, in der sie sich kannten, waren sie der Meinung, das Al irgendwie kein normaler Drache war. Sondern einer von der Art Drache, die das Abenteuer liebten und es magisch anzogen und auch den Mut und den Schneid hatten, für ihre Überzeugung zu kämpfen.
… die Glut wurde schwächer, es knisterte nur noch selten und inzwischen war es der helle Vollmond, der sich im fast stillen Meer spiegelte und alles in silbernes Licht tauchte. Müde schliefen die beiden ein …
… quietschend begann sich das alte Uhrwerk im Meer zu drehen. Nebelwolken rasten vorbei und nahmen kurz die Sicht, es begann eine Traumreise … erst vom Landesinneren über Felsen und Schilf zum Strand … dort war ein Kontrollpult mit Ziffern, die grünlich schimmerten und dahinter ein Gang aus Granitblöcken … eine Sternwarte kam im Vollmondlicht zum Vorschein, die Kuppel begann sich zu öffnen und man sah einen Blick durch das Teleskop in den Sternenhimmel von Drachenland…
Im Okkular zog ein hell leuchtendes Objekt vorbei … es war wie in einem Film, kein eigener Traum, eher wie die Gedanken eines Anderen … dann wurde alles unscharf und ziemlich unausgeschlafen wachten Summsel und Grummel auf …
Meerkrähen kreisten in der leichten Brise, die Sonne war aufgegangen und die Luft war frisch und kühl… Beide hatten sie den gleichen seltsamen Traum gehabt…

 

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Das Meer im Schlosssaal

 

Die Brücke

Nachdem Al sich von seiner Reise in die Vergangenheit erholt hatte, begann er nachzugrübeln. Seinen Dämon kannte er jetzt, er musste den „Maler“ finden … er sei am richtigen Weg … sagte die geheimnisvolle Stimme des Steinengels, welcher Weg? .. der zum Schloss? … aber der Graben mit den Schlangen …
Ein Geräusch, das ihm erst gar nicht aufgefallen war, wurde jetzt immer lauter, ein Rascheln und Knarzen. Al sah zum Schlosstor und glaubte zu träumen: Vom leuchtenden Baum bei der Sonnenuhr wuchsen glühende Äste nach unten, am Tor vorbei und schlängelten sich Richtung Graben. Orangegelbe Blätter sprossen aus kleinen Zweigen. Sie waren nur noch eine Drachenlänge entfernt. Kaum hatten die Blätter eine bestimmte Größe erreicht, wurden sie grau und verloren das Leuchten …
Die Äste hatten jetzt den Drachen erreicht, Stille, kein Wachsen mehr, alles grau ….
Al bückte sich und tastete nach den grauen Blättern, … Stein …. es war fester Stein.
Leichter Staub rieselte in den Graben …
Er trat vorsichtig auf die ersten Äste mit den Steinblättern … es knirschte, aber sie trugen sein Gewicht… bei der Lava und Magma … einen Schritt nach dem anderen tastete Al sich vorwärts, unter ihm blitzten ab und an die messerscharfen Zähne der Schlangen auf, aber sie erreichten ihn nicht, … geschafft …
Vor Al war das schwere Holztor, reichlich verziert und an manchen Stellen mit Moos bewachsen. Den Seelenstein hatte er im Rucksack verstaut, nun holte er ihn wieder hervor. Der Kristall leuchtete in einem sanften Orange. Mit einer Klaue berührte er den alten Türklopfer, knacksend brach er ab und viel zu Boden.
Aber ein Torflügel stand einen Spalt offen, er drückte dagegen und mit einem Knarren ließ sich der Flügel soweit öffnen, das er durchgehen konnte …
Plötzlich hörte Al hinter sich ein Krachen … er drehte sich um … unter einer Staubwolke zerbröselten die Steinblätter samt Ästen und stürzen in den Schlossgraben.
….Mistlava … fluchte Al, was jetzt? Sein Herz pochte wie wild, kein Rückweg … egal, wild entschlossen setzte er den Weg ins Innere des Schlosses fort. Mit jedem Schritt wurde es dunkler, er befand sich in einem modrigen Gang, die Wände voller Schimmel, Moos und Spinnweben. Ab und zu sah er alte rostige Fackelhalter im Lichtschein des Seelensteins auftauchen und wieder in der Dunkelheit verschwinden. Der Boden war glitschig und voller Steinbrocken, kleine rote Würmer schlängelten sich dazwischen herum und er hörte das Schlagen von Fledermausflügeln, spürte ihren Luftzug …
Plötzlich wurde es heller, er hörte ein leises Plätschern, wie von Wellen …. dann stand Al vor dem Saal … einige Marmorstufen führten abwärts in einen unwirklichen Raum … eine Mischung aus Meer und Saal. Granitblöcke ragten aus dem Wasser und eine riesige Kugel mit seltsamen Zeichen schien vor ihm zu schweben, gehalten von dicken Ästen aus einem unbekannten Material … alles schimmerte in einem seltsamen Licht …
….ein Meer in einem Saal … Al war sprachlos …. grummel, brummel… würde jetzt der Bartgrummeldrache sagen …..

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Das Turmzimmer

… ja, das hatte Al Drachos nicht erwartet, er holte tief Luft … seufzte, dann ging er die Marmorstufen zum Meer hinab … vorsichtig berührte er mit seiner Klaue das Wasser und schleckte, … kein Salzgeschmack und tief schien es auch nicht zu sein.
Rechts von ihm schaukelte die große Kugel hin und her, auf ihr erkannte Al eine Uhr mit Ziffern, aber die ganze Oberfläche bewegte sich wie ein Strudel der Zeit … Links von ihm war ein altes Uhrwerk, es sah so aus, wie das vom Strand, bevor er in die Halle der Altvorderen kam, … merkwürdig … dachte sich Al, es stand still, überhaupt erinnerte ihn das Ganze hier im Saal an etwas … Schlafendes …
Der Drache ging jetzt Richtung Steintor, das aus Granitblöcken bestand. Über ihm schimmerte ein seltsam bläulicher Himmel und ein Lüster mit Kerzen hing von ihm herab … ein paar Nebelfetzen zogen durch den Saal, kleine Wellen klatschten gegen die Granitblöcke des Tores, die überall mit Moos bewachsen waren. Und über sich sah er, wie der dicke Ast, der die Kugel hielt, einfach durch den Stein wuchs, um dahinter in einem dunklen Gang zu verschwinden.
Al ging weiter und wieder führten Marmorstufen nach oben, in den dunklen Gang hinein. Er war froh über den Seelenstein, der genug Licht spendete um zu sehen, das ein schmaler Wendelgang steil nach oben führte. Al schnaufte ziemlich fest und inzwischen grummelte auch sein Bauch vor Hunger. Einige Gläser Marmelade, die er im Rucksack hatte, wären jetzt ganz toll, aber erst musste er diese ewige Steintreppe hochlatschen … grrr … er glaubte schon, niemals anzukommen, …. als er plötzlich vor einem Zimmer stand.
… ein kleines Turmzimmer mit schmalen Fenstern wie in einer Kapelle, ein Holztisch mit Stuhl, reichlich verziert mit schönen Schnitzereien, umrahmt von Bücherregalen, vollgepackt mit Büchern in schweren Ledereinbänden, alles voller Staub und Spinnweben. Aber außer dem Tisch war alles verzerrt und von Schriftzeichen durchwirkt, die Ursache stand auf dem Tisch, …. es war ein glühender Seelenstein der von einer goldenen Aura umgeben war ….

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Der Drachenfürst

… es war eine gespenstische Szene im Turmzimmer, da stand Al Drachos nun eine Drachenlänge entfernt vom Tisch auf dem sich der Seelenstein befand. Um Al herum waberte die Luft und die Schriftzeichen die gerade noch schwebten, begannen in seinen Seelenstein zu fließen, der darauf zu zittern begann. So fest er auch versuchte den Kristall zu halten, es klappte nicht und schließlich entschwand er seinen Klauen und schwebte zum Tisch.
Es begann laut zu knistern, erst bildeten sich überall kleine Elmsfeuer, dann als Al´s Kristall in die goldene Aura des anderen Seelensteins eintauchte entluden sich Blitze im ganzen Zimmer. Schnell machte der Drache einen Satz zurück zum Eingang, gerade noch rechtzeitig, als ein gewaltiger Donnerschlag das Turmzimmer erbeben ließ und ein Blitz direkt vor Al ein großes Loch in den Holzboden brannte.
Einige Bücher purzelten aus den Regalen zu Boden, Staub wirbelte auf, einige der alten Bücher zerfielen augenblicklich zu Asche als sie von kleinen Blitzen getroffen wurden. Rauch und Nebel trübten die Sicht, das Zimmer begann sich scheinbar auszudehnen, Al schluckte … dann nochmal ein Donnerschlag, grelles Licht … die beiden Seelensteine waren zu einem größeren verschmolzen.
… der Rauch verzog sich … Stille, die goldene Aura des Kristalls füllte jetzt das ganze Zimmer aus. Al Drachos Herz pochte wie verrückt, dann plötzlich wurde die Aura heller, strahlend weiß … und ein Schatten kam daraus hervor, erst kaum sichtbar, dann immer größer, … ein gewaltiger Drache schwebte vor ihm in der Luft …
… ich bin Dargon der Drachenfürst … donnerte es dem sprachlosen Al entgegen, den Drachen hatte er schon irgendwo als Bild gesehen, ja in einem Geschichtsbuch über alte Drachengeschlechter.
Dann begann Dargon zu erzählen: … hier sei die eigentliche Drachenwacht und zwar schon seit Anbeginn der Geschichte, die mächtigsten Drachenfürsten des Landes wachten mithilfe der Drachenwacht über Drachenland und beschützten es vor Gefahren die mit den Menschen und der Fantasie einhergingen …
Doch als die Fantasie der Menschen immer neue modernere Welten erschuf, begann die Verschwörung … Dargon war zu dieser Zeit der Hüter dieser Festung. Aber sein engster und vertrauter Freund „ Margol van Daar“ einst ein ehrenhafter Ritter des Lichts, war gezeichnet von Schicksalsschlägen und verblendet durch die Liebe zur schönen und unnahbaren Gräfin Sajieraa. Den Reichtum anderer Fantasiewelten die er durch Drachenwacht sah und die Möglichkeit Sajieraa für sich zu gewinnen ließen ihn einen Plan erdenken, der alle ins Verderben stürzen würde …
… Dargons Stimme donnerte jetzt noch lauter: … der Verräter Margol nahm heimlich über Drachenwacht und den Wächter im All Verbindung zu anderen Welten auf und dabei traf er auf „Gorimm den Seelenreißer“, den heimlichen Herrscher über diese Fantasiewelten. Ein grausiges heimtückisches Wesen, entstanden aus den schrecklichsten Albträumen der Fantasie…

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Zeit der Veränderung

… gespannt lauschte Al Drachos der Geschichte des Drachenfürsten „Dargon“, der vor ihm schwebte und von einem hellen Schein umgeben war.
Sein ehemaliger Freund und Vertrauter „ Margol van Daar“ hatte von „Gorimm dem Seelenreißer “ den Auftrag bekommen Dargon zu vergiften. Da das Gift aber falsch dosiert war, … schaffte er es, noch zwei Seelensteine mit seinem Geist zu füllen und sie einem „Bruder des Lichts“ zu übergeben.
Es gab einen langen und blutigen Kampf um Drachenwacht, wobei Margol und seine Mitverschwörer entkamen. Dargon hatte seine Anhänger instruiert, was zu tun sei, bevor er verstarb.
Alte, fast vergessene Maschinen wurden hochgefahren, … Energieleitungen neu verbunden, schrankgroße Feuermurmeln und schwere Drachenkristalle begannen zu glühen und sorgten für fast endlose Energie. So verschwand Drachenwacht in einer anderen Dimension und kam in der Halle der Altvorderen wieder zum Vorschein. Die Halle war die letzte Zufluchtstätte, vor Ewigkeiten ersonnen und durch riesige Kraftfelder geschützt, die direkt vom Kosmos selbst gespeist wurden …
Ein Seelenstein wurde in einer tiefen Höhle unter Aufsicht der Bruderschaft des Lichts aufbewahrt, der andere Kristall hier im Turmzimmer auf den Tisch gestellt, um auf den geeigneten Augenblick vorbereitet zu sein …
Nach zweitausend Jahren war hier Keiner mehr am Leben …. aber der Plan war aufgegangen, der richtige Drache traf auf den Seelenstein, fand zum Schloss und bestand die Prüfung des Steinengels. Aber am wichtigsten war: die Seele des Drachen lag auf der selben Schwingungsebene wie Dargons Seelenstein. Nur so konnten mit Hilfe des Drachen beide Kristalle zueinander finden, zu Einem verschmelzen und den Geist des Drachenfürsten zum Leben erwecken …
Al schluckte wieder, wie, was? … mehr brachte er nicht hervor…
… Ja, du Al Drachos!! … donnerte der Fürst, jetzt war seine gewaltige Stimme aber etwas weicher geworden.
… die Verbindung am Strand in deinem Traum Al, .. von dem Wesen auf dem Thron, das war „Gorimm der Seelenreißer “. Du hast die Fähigkeit, auch ohne fremde Hilfe und Rituale in Seelensteine zu sehen und mit den Seelen in Verbindung zu treten, so wie auch ich es konnte.
… bevor ich starb erfuhr ich von den Plänen Margols mit dem dunklen Wesen, aber ich konnte nichts mehr unternehmen. In deinem Traum hast du meine Erinnerungen gesehen …
Jetzt verstand Al, was er damals gesehen hatte und warum das dunkle Wesen „Drachenfürst“ rief .
… aber die andere Drachenwacht? … fragte Al
… eine Festung der Verschwörer, getarnt als Drachenwacht, sehr klug gemacht oder? …
…eine Festung?…
…nicht nur, mehr eine Funkstation zum dunklen Wesen, um hier die Energie der Phantasie abzuzapfen und es damit zu stärken! Langsam wird Drachenland sterben – die ganze Welt wird sterben!
…Was??!!?? Al war verwirrt, er konnte und wollte nicht glauben, was Dargon erzählte. Blanke Angst überkam ihn.
Dargon fuhr fort: Darum bist du hier, Al. Du hast den Mut, der nötig sein wird, die Stärke und den Willen, um das dunkle Wesen und die Verräter zu bekämpfen.
Al wurde schwindlig, in seinem Kopf rasten die Gedanken: Er war doch nur ein Künstlerdrache! Vom Kämpfen hatte er wenig Ahnung…

 

Drachengeschichte Teil III

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… Nature …

… aber Al Drachos blieb keine Zeit zum Nachdenken, denn Dargon der Drachenfürst erhob erneut seine Stimme, sie war jetzt drängend … wir müssen Drachenwacht wieder zum Leben erwecken und „Nature“, dann sehen wir weiter …
Plötzlich wurde es dunkel, die Erscheinung von Dargon war verschwunden und mit dem Fürst auch der helle Schein. Das Turmzimmer sah jetzt ganz normal aus, bis auf die verkohlten Bücher und die Brandlöcher im Fußboden und nur der Seelenstein am Tisch spendete ein orangegelbes Licht.
Dafür hörte Al jetzt Dargons Stimme in seinem Kopf wie damals am Strand … wir werden jetzt ausschließlich telepathischen Kontakt haben, du musst nur immer den Seelenstein bei dir tragen …
Al bekam den Auftrag verschiedene Einstellungen an den alten Maschinen tief verborgen in Drachenwacht vorzunehmen. Den Seelenstein hatte er immer dabei, zum Leuchten und als kleine Energiequelle um die großen Drachenkristalle wiederzuerwecken. Denn momentan, so erklärte ihm Dargon, war Drachenwacht im Ruhezustand, nur zwei kleinere Feuermurmeln drehten sich langsam, um die Energie für den Teleporter zu liefern, der Al hergebracht hatte.
Nach viel Mühe und anstrengender Arbeit füllte sich das Schloss mit Licht und Leben. Schlangenähnliche Wesen tauchten aus dem Nichts auf, sie erinnerten Al an die Schlangen im Burggraben, aber die spitzen Zähne fehlten. Überall wuselte es, Schutt und Dreck verschwanden, Löcher in Böden und Wänden waren gefüllt, auch das Meer im Saal war nicht mehr zu sehen, sondern ein Mosaikboden mit fantasievollen Motiven aus Drachenland.
Das alte Uhrwerk glänzte wie neu und die Zahnräder drehten sich. Die große schwebende Kugel summte und helle Ziffern flossen jetzt schnell ineinander. Al war jetzt ziemlich müde und sein Drachenmagen knurrte unangenehm laut vor sich hin.
… Eine Sache wäre da noch … meldete sich der Fürst, … wir müssen „Nature“ wiederbeleben! …
… wie, wer?? …
… Du brauchst mich nicht jedes Mal zu fragen, siehe mit deinem Geist in den Seelenstein, dort ist mein Wissen gespeichert …
Also „sah“ Al in den Kristall, es dauerte eine Weile bis sich der Nebel verzog und sich Strukturen, ja Wörter und Sätze formten. Eigentlich war es so, als hätte er schnell ein Buch über die Geschichte von Drachenwacht und die Halle der Altvorderen gelesen. Nur hatte er jetzt ziemliche Kopfschmerzen, was sein Hunger nicht besser machte.
Die Halle der Altvorderen befand sich in einer anderen Dimension, als letzte Zuflucht vor den dunklen Mächten, abgeschirmt durch Kraftfelder von der menschlichen Fantasie. Dafür gab es hier die Fantasiekristalle, gespeicherte Fantasie in Reinenergieform. Sie wurde benötigt um hier ein Leben zu ermöglichen. Momentan war der Kristall fast leer. Die Energie reichte gerade, um die Halle und Al am Leben zu halten.
Aber ein voller Fantasiekristall war noch da. Wenn Al ihn aktivieren konnte, würde „Nature“, die Hüterin der Halle und mit ihr die wunderbare Landschaft die es mal gegeben hatte wieder zum Leben erwachen. Also die Kopfschmerzen ignorieren und nicht an die Marmelade im Rucksack denken, … sondern die schweren Kristalle am Enegieport tauschen.
Al schleppte den neuen grünblauen Kristall, der so groß war wie er selbst und genauso schwer durch endlose Gänge und musste oft Rast machen. Er schimpfte und wünschte alles zur Lava und Magma, Mist das seine Freunde nicht hier waren, .. na ja der dürre Grummel hätte wohl eh nicht viel helfen können, hätte nur … brummel und grummel … gesagt. Noch zwei Drachenlängen, dann stand er vor dem Port. Den alten Kristall hebelte er mit einer Stange aus der Halterung und den neuen stemmte er unter ächzen hinein, puuuh … geschafft!
Al drückte verschiedene Messingschalter mit Symbolen, dann zitterte kurz der ganze Boden und der Kristall im Port begann sanft zu glühen.
… jedenfalls ist jetzt genügend Energie vorhanden um den Geist im Seelenstein von „Nature“ freizusetzen .. sprach Dargon zu ihm, … es wird einige Zeit dauern bis sie sich wieder mit der Halle verbunden hat, um mit der Wiederherstellung des Lebensraumes zu beginnen … dann war Stille in Al`s Kopf. Müde setzte sich der Drache auf einen Steinblock und nach dem dritten Glas Marmelade schlief Al ein …
Er träumte von Frau Drache, dem Drachenhügel am Lavasee und seinen neuen Freunden dem Summselbrumm und dem Bartgrummeldrachen. Von Wäldern und Wasserfällen und einem wunderschönen Gesicht einer unbekannten Frau das über Allem schwebte. Es spiegelte sich im Wasser, zog mit den Wolken am Himmel und sprach zu ihm.
… ich bin „Nature“ die Hüterin der Halle! Es wird Zeit für dich Al, nach Hause zu gehen mit dem Kristall des Fürsten Dargon. Mit seiner Hilfe findest du zum magischen Portal, das dich wieder zum Strand bringt. Es wird dauern, bis sich hier alles erholt hat und dann werden wir uns wieder sehen, um gegen das dunkle Wesen zu kämpfen. Die Halle wird eure Zuflucht und Heimat für diese schwere Zeit sein. Denn du, deine Familie und Freunde werdet in Drachenland nicht mehr sicher sein, ihr steht ab heute unter meinem Schutz …
Als Al das Schloss verließ war nichts mehr wie vorher. Eine wunderschöne Landschaft, wie in seinem Traum und über allem schwebte wie ein leichter Nebel das sanfte Gesicht von Nature.

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… das magische Portal …

Der Weg zum magischen Portal war nicht weit. Al unterhielt sich mit Nature und Dargon auf dem Weg dahin auf telepathischer Ebene. Er erfuhr, das er im Bereich der Halle überall mit Nature Kontakt hatte, der würde erst enden, wenn er durch das Portal ging. Dann kam er an einem Wasserfall vorbei, davor, umrahmt von Schnitzereien, ein großer alter Gong, der auf einem vom Moos bewachsenen Felsen stand. Das kristallklare Wasser umspülte den Felsen und es rauschte leicht, einige kleine Fische zogen durch den ruhigen Teil des Baches. Hier traf man sich regelmäßig zum Meditieren. Ja, ein schöner Ort, da würde er später mit seinen Freunden auch vorbeikommen.
Oberhalb des Wasserfalls auf der Kuppe des Berges waren die Bäume seltener und die Sonne stand kurz über den Nachbarbergen, goldenes Licht fiel durch die Blätter, einige alte Statuen schimmerten im Abendlicht. Jetzt hörte man auch Vögel singen. Ja, bald würde es wieder sein wie vor tausenden von Jahren, eine eigene kleine Welt. Nature hatte Verbindung mit der Bruderschaft des Lichts aufgenommen, der Kurier war wohl schon bei Frau Drache, um sie und dann seine Freunde in Kenntnis zu setzen, denn der Umzug in die Halle der Altvorderen stand bevor.
Aber sie würden sich alle am Drachenhügel treffen und am Lavasee Drachenfeuer trinken, Basaltkuchen essen und Drachenlieder singen und Abschied von der Drachenhöhle nehmen. Seinen Künstlerfreunden durfte er nichts sagen, das musste er versprechen, zu groß war die Wahrscheinlichkeit, das schon Häscher des Seelenreissers Jagd auf ihn machten.
Vielleicht konnte ja Nature hier in der riesigen Halle einen Lavasee mit einer Drachenhöhle erschaffen, … und Basaltfelsen, das wäre toll!
Da stand es, … von einer strahlenden Aura umgeben, ein wunderschönes altes Portal von steinernen Bögen umrahmt, die schweren Torflügel mit edlen Beschlägen versehen.
Er verabschiedete sich von Nature und öffnete das Portal in ein Leben, das nicht mehr dasselbe sein würde …

Ich bedanke mich herzlich bei allen Fans der Drachengeschichte und es hat mir auch viel Freude gemacht sie Euch zu Erzählen.
Vielleicht schreibe ich ja nächstes Jahr Teil II?
LG Alois :winken:

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Zu der Geschichte gibt es ein Büchlein (A5) mit Doppelkarte und Bucheinmerker im „Drachenpaket“ für 19.90 € inklusive Versand.

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